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Wie Zähne ihren Halt verlieren


Die Parodontitis ist auf dem Vormarsch: Etwa 20 Prozent der Erwachsenen und 40 Prozent der Senioren leiden unter einer schweren Erkrankung des Zahnhalteapparates – mit steigender Tendenz. Ihr Verlauf bleibt häufig unbemerkt, die Folgen können gravierend sein

Parodontitis tritt vorwiegend ab dem 40. Lebensjahr auf, in diesem Alter ist die Erkrankung auch die häufigste Ursache für Zahnverlust. Die Ergebnisse der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigen, dass Parodontitis viel stärker verbreitet ist als bisher vermutet. Jeder dritte Erwachsene weist demnach Anzeichen einer mittelschweren, jeder siebte einer schweren Form auf.

Es beginnt mit einer Entzündung
Die Parodontitis, eine Erkrankung des Zahnhalteapparats, entwickelt sich oft über Jahre im Verborgenen – meist ohne dass der Betroffene etwas davon ahnt. Sie beginnt langsam mit einer Zahnfleischentzündung, der Gingivitis. Dazu kommt es, wenn Zahnbelag auf Dauer nicht gründlich genug vom Zahn entfernt wird. Der Zahnfleischsaum entzündet sich, es treten Rötungen, Berührungsempfindlichkeiten und Blutungen auf. Im weiteren Verlauf löst sich der Zahnfleischsaum vom Zahn. Bakterien können nun leicht eindringen und sich in der Zahnfleischtasche einnisten.

Bleibt die Gingivitis unbeachtet, wachsen die Taschen weiter und es entwickelt sich eine Parodontitis. Die Taschentiefe kennzeichnet ihren Schweregrad: Bei bis zu fünf Millimetern Tiefe spricht die Zahnmedizin von einer mittelschweren, darüber hinaus von einer schweren Erkrankung. In den Zahnfleischtaschen bilden sich harte Beläge, die Milliarden von Bakterien beherbergen. Gegen ihre giftigen Ausscheidungsprodukte setzt sich auch das Immunsystem mit der Bildung von Abwehrzellen zur Wehr.

Gefahr des Zahnverlustes
Im Verlauf der Abwehrreaktion entstehen weitere schädliche Substanzen, die zusammen mit den Bakteriengiften einen Dauerreiz für das umliegende Zahngewebe darstellen und es nach und nach zerstören. Auf diese Weise kommt es zur Schädigung des gesamten Zahnhalteapparates. Neben dem Rückgang von Zahnfleisch bedeutet dies auch den Abbau von Zahnhaltefasern, Zahnzement und Kieferknochen, der Zahn beginnt sich zu lockern.

Wichtigstes Ziel der Parodontitis-Behandlung ist es, den Krankheitsverlauf zu stoppen und das umliegende Gewebe und schließlich die Zähne zu erhalten. Eine gründliche Diagnose vorweg gibt Aufschluss über den Schweregrad der Erkrankung. Dazu gehören das Messen der Taschentiefe mit Spezialinstrumenten, die Überprüfung der Festigkeit des Zahnfleisches sowie der Knochendichte mit einem Röntgenbild.

Initialbehandlung stoppt Taschentiefe
Die eigentliche Therapie beginnt mit der so genannten Initialbehandlung: Dazu werden Zähne und Zahnfleischtaschen gründlich gereinigt, um Plaque und Zahnstein zu entfernen. Sind schlecht sitzende Füllungen und Kronen vorhanden, müssen diese erneuert werden, da sie idealen Unterschlupf für Bakterienherde bieten. Idealerweise ist mit der Initialbehandlung die Entzündung zum Stoppen gebracht und die Taschentiefe auf weniger als 3 Millimeter reduziert.

Eine Kontrolluntersuchung erfolgt einige Monate später. In schwereren Fällen muss das Zahnfleisch chirurgisch aufgeklappt werden, um tiefer sitzende Zahnfleischtaschen reinigen zu können („unter Sicht“). Eventuelle Gaben von Antibiotika können den Heilungsprozess unterstützen. Bei einem stark geschädigten Zahnhalteapparat mit drohendem Zahnverlust gibt es heute die Möglichkeit, Zahnknochen und Zahnhaltefasern wieder neu aufzubauen.

Wichtig bei jeder Parodontitis-Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen sowie eine perfektionierte Mundhygiene zu Hause, ergänzt durch die Professionelle Zahnreinigung in unserer Praxis.

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